Gebirgsschützenkompanie Reit im Winkl
Als Franz Klauser sen. 1985 zum Ortsheimatpfleger ernannt wurde, begann er unter
anderem damit, alte Zeitungsberichte, Schriften und Broschüren über den Ort zu
sammeln. Bei der Suche nach weiteren historischen Informationen stieß er auf die 1984
erschienene Festschrift der benachbarten Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental
anläßlich des zehnjährigen Wiedergründungsfestes. In dieser Festschrift war von den
"widerspenstigen" Reit im Winkler Schützen die Rede.
Franz Klauser sen. wandte sich im darauffolgenden Jahr an den
Gebirgsschützenhauptmann von Wössen/Achental und gleichzeitig
Gauhauptmann des Gebirgsschützen-Bataillons Inn-Chiemgau,
Anton Greimel. Dieser sandte ihm umgehend Unterlagen aus dem
Staatsarchiv München zu. 
Demnach gab es nicht nur Aufzeichnungen des Kasten- und
Pflegegerichts Marquartstein aus dem Jahre 1736 über die
"widerspenstigen Reutherwünckhler Schützen", sondern auch
darüber, daß laut Einzahlungsbeleg von 1796 für fünfzehn
Schützen fünfundvierzig Kreuzer an die "Löbl.Schützenlad"
gezahlt wurden.
In den folgenden Jahren tat sich jedoch nicht allzu viel.
Am 30. Oktober 1991 traf sich dann eine kleine Gruppe Reit im
Winkler, bestehend aus Fritz Schneider, Heinrich Obertanner,
Franz Klauser sen., Peter Obertanner, Peter Schneider und
Michael Breitenlohner. Die Anwesenden bildeten eine
Arbeitsgruppe, die sich um die weiteren Schritte kümmern
sollte.
Als nächstes mußte eine Montur gefunden werden, die dem
alten Gewand entsprach. Man entschied sich schließlich für
eine Montur, die in wesentlichen Bestandteilen der
historischen Tracht des Trachtenvereins Reit im Winkl
entspricht. Diese Tracht war seinerzeit dem alten Reit im
Winkler Gewand nachgebildet worden, wie es auf alten
Theaterbildern zu sehen ist.
Nach dem mühevollen Zusammentragen von Schriften und der Erarbeitung eines
Vorentwurfes der notwendigen Satzung war es schließlich möglich, zur
Gründungsversammlung am 21. März 1992 in den Gasthof Glapf einzuladen.
Fritz Schneider übernahm die Wortführung und konnte dabei als Anwesende Herrn
Pfarrer Edmund Bargon, Herrn Landrat Jakob Strobl, Herrn Gauhauptmann Anton
Greimel aus Unterwössen, sowie Herrn Leutnant Ivo Oberauer von der
Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental und weitere siebzehn Reit im Winkler
begrüßen.
Bei der darauffolgenden Wahl zum kommissarischen Vorstand gab es folgende
Wahlergebnisse:
a) Kommissarischer Vorstand:  1. Vorsitzender Hauptmann Peter Obertanner
                                                       2. Vorsitzender Oberleutnant Peter Schneider
                                                       Schriftführer-Kompanieschreiber Leutnant Michael                                            
                                                       Walcher
                                                       Zeugwart Leutnant Michael Breitenlohner
b) Kommissarischer Ausschuß:  Franz Klauser sen.
                                                       Heinrich Obertanner
                                                       Fritz Schneider
Als weitere Gründungsmitglieder haben
mit 'ihrer Unterschrift ihren Beitritt
erklärt: Pfarrer Edmund Bargon,
Bürgermeister Franz Klauser, Landrat
Jakob Strobl, sowie Hans Bauhofer,
Hans-Günther Braun, Ludwig
Breitenlohner, Hermann Döllerer,
Gerhard Lechner, Thomas Krepper,
Arnold Nawratil, Ludwig Obertanner,
Peter Obinger, Franz Schlechter sen.,
Pankraz Wimmer und Michael Willers.
Der Satzungsentwurf wurde von
Hauptmann Peter Obertanner der
Versammlung vorgetragen und nach
Vornahme einiger Änderungen schließlich genehmigt.
Damit war der Weg zur offiziellen Wiedergründung insoweit geebnet, als nun der Antrag
zur Aufnahme in den Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien gestellt werden
konnte
Dem besonderen Einsatz des Gauhauptm. Anton Greimel ist es sicher mit zu verdanken,
daß bereits am 22. Mai 1992 im Hotel "Unterwirt" die offizielle Wiedergründungs-
versammlung der "Gebirgsschützenkompanie Reit im Winkl" stattfand.
Kommissarischer Hauptmann Peter Obertanner konnte dabei viele Schützenabordnungen
mit ihren Hauptleuten von den Bataillonen aus dem Mangfall-Leitzachgau, Isargau und
Inn-Chiemgau, allen voran den Landeshauptmann Andreas Stadler aus Gmund am
Tegernsee, begrüßen. Weiter begrüßen konnte er den Reit im Winkler Pfarrer Edmund
Bargon, den Regierungspräsidenten von Oberbayern, Raimund Eberle, Bürgermeister
Franz Klauser, sowie Landrat Jakob Strobl.
Die Anwesenheit von mehr als einhundert Gebirgsschützen mit ihren regional unter-
schiedlichen Monturen gab ein beeindruckendes Bild ab.
Auch die künftige Montur wurde von drei Schützen vorgestellt und von der Versammlung
mit Begeisterung aufgenommen.
Nach der Entlastung der bisherigen kommissarischen Vorstandschaft wurde in
geheimer Wahl die neue Vorstandschaft gewählt. Die Abstimmung ergab
folgendes Ergebnis:
Hauptmann: Peter Obertanner, Oberleutnant und Hauptmannstellvertreter:
Peter Schneider, Leutnant als Kompanieschreiber: Michael Wa1cher, 2.
Leutnant: Josef Pretzner, Fähnrich: Michael Breitenlohner, Fahnenjunker:
Peter Obinger und Michael Willers
Kompanieausschuß: Franz Klauser sen., Heinrich Obertanner und Fritz
Schneider
Mit herzlichen Dankesworten an die Anwesenden, besonders an die weit
angereisten Gebirgsschützen-Kameraden, und sich weitere gute
Zusammenarbeit wünschend, schloß Hauptmann Obertanner die Versammlung.